HERBERT VOLKMANN

Prince Charles

Nicht signiert

Privatsammlung Hannover

Katalog „Society Coma“, Galerie Sexauer Berlin, 2014

Es liegt keine Fotografie der Rückseite vor.

Dieses Werk blieb unvollendet. Volkmann hatte es im Mai 2014 in Hannover gemalt und dort bei seiner Rückreise nach Berlin unvollendet zurückgelassen. Er wollte das Portrait, in das er große Hoffnungen setzte, beim nächsten Besuch zu Ende führen.

 

Das Gemälde gehört in den Werkzusammenhang der beiden Großformate mit Prince Charles und Camilla, Psychotic Destruction in Majestic Nobility I und II aus dem Jahr 2013. Volkmann nannte die beiden Dargestellten in respektloser Vertrautheit „Charlie und Camille“. Die beiden Werke sind ebenfalls weitgehend in Hannover entstanden. Volkmann betrachtete das Portrait von Prince Charles als „Fingerübung“, um sich vor der Arbeit an den Großformaten mit der Physiognomie des Prinzen vertraut zu machen.

 

Lediglich die untere Gesichtshälfte ist final von ihm durchgearbeitet worden und gibt einen Eindruck von der Fallhöhe, die mit diesem Werk erreicht werden sollte. Stirn, Haare und Ohren des Prinzen sind nur vorläufig, skizzenhaft angelegt. Die Trennlinien zwischen Mantel, Anzug und Hemd mussten noch versäubert werden und auch das Dekor der Krawatte fehlt ganz. Besonders das Fehlen ausgearbeiteter Augen des Prinzen läßt erahnen, welch starke Anmutung von Lebendigkeit das Bild hätte erreichen können. Wenn … ja wenn.

 

Während der Arbeit am Bild hatte ich Volkmann wiederholt vorgeschlagen, die Haltepunkte aus der Rasterung des zugrunde liegenden Fotos zu übermalen. Auch die Hinzufügung der roten und grünen Paisley-Dekore auf der Krawatte hätten das Bild mit wenig Aufwand enorm „nach vorn“ bringen können. Volkmann folgte dem aber nicht: „Das mache ich zum Schluss; geht ganz schnell.“

 

Als mühevoll und äußerst zeitraubend erinnere ich seine Arbeit am Bildhintergrund. Es war schwer für Volkmann, eine geeignete Fotovorlage zu finden. Und auch die Realisierung der für die Gesamterscheinung des Werkes so wichtigen unscharfen Farbzonen erwiesen sich als langwierige, äußerst delikate Aufgabe.

 

Inzwischen ist das Bild „befördert“ worden. Damals wurde Prince Charles portraitiert; nun wird King Charles III. vorgezeigt.

 

Im August 2014 ist Herbert Volkmann gestorben, ohne daß er die Arbeit am Bild wieder hätte aufnehmen können.

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